Das Rechtssystem im Islam

Es ist ein unabhängiges Verwaltungssystem in der Islamischen Regierung, das darauf ausgerichtet ist, alle Arten von Rechtsstreiten unter den Leuten zu lösen. Der Islam ist ein System, das die Rechte der Öffentlichkeit garantiert. Das System sichert auch die Herstellung von Gerechtigkeit unter den Menschen, stoppt Unterdrückung und bestraft Unterdrücker. Das Islamische System folgt den Richtlinien von Allah I und der Sunnah (Tradition) des Propheten r. Es gibt spezielle Kriterien für die Ausübung eines Postens im Islamischen Rechtssystem. Es folgt eine systematich zusammengefasste Liste der erforderlichen Kriterien:

Der Bewerber muss reif, geistig normal und zurechnungsfähig sein.

Der Bewerber muss fit und gesund sein, damit er die Schwierigkeiten und Anforderungen seiner Tätigkeit überwinden kann.

Der Bewerber muss gut ausgebildet und über die Schri´ah, die Islamischen Gesetze und die Regeln des Erlaubten und Verbotenen im Islam informiert sein. Zusätzlich muss eine solche Person die Fähigkeit und den Sinn zwischen erlaubten und unerlaubten Dingen zu differenzieren besitzen. Außerdem muss er die Fähigkeit besitzen, zu beschließen, bewerten und Richtsprüche über weltliche und religiöse Angelegenheiten zu erlassen.

Der Bewerber muss über einen ehrenwerten, würdigen, ehrlichen und äußerst sittlichen Charakter verfügen. Er sollte ein Mann von aufrichtigem Benehmen sein, damit seine Richtsprüche auch von der gegnerischen Partei der Auseinandersetzung akzeptiert werden.

Darüberhinaus genießt jede Einzelperson in der Islamischen Gesellschaft unabhängig von seinem Glauben oder seiner religiösen Zugehörigkeit, seinem Rang oder gesellschaftlichen Stellung bestimmte Rechte. Es folgt eine Zusammenfassung solcher Rechte:

Das Recht ein Gerichtsurteil gegen Unterdrücker zu ersuchen. Eine Einzelperson darf seinen Unterdrücker am Gerichtshof anzeigen.

Streitende Parteien: Der Kläger und der Verteidiger müssen gleichwertige Anhörungen vor dem Richter bekommen. Dies ist durch den Hadith von Allahs Gesandtem begründet:

"Wer [in seinem Leben] damit geprüft wird, als Richter unter Muslimen tätig zu sein, muss gerecht [und unvoreingenommen] bei der Stellungnahme, Beweisführung und Festsetzung sein."
Dieser Hadith wird bei Darqatnie und Baihaqie überliefert

Zusätzlich basiert er auf dem Hadith des Gesandten Allahs , in dem er ´Ali anwies, als er ihn als Richter einsetzte.

"Wahrlich, Allah I soll dein Herz leiten und deine Zunge [mit der Wahrheit] festigen. Wenn der Kläger und der Angeklagte vor dir sitzen, so erlasse keinen Richtspruch für einen, bevor du die Stellungnahme des anderen gehört hast, wie du den ersten gehört hast."
Abu Dawud, Hadith Nr. 3582

Gemäß dem Islam ist jeder unschuldig, bis seine Schuld bewiesen wird. Dies hat seine Grundlage in dem Hadith des Gesandten Allahsr:

"Wenn den Menschen [Urteile nur] aufgrund ihrer Behauptungen [und Stellungnahmen] gegeben würden, würdest du Leute sehen, die behaupten, andere töteten [ihre Verwandten] und besitzen ihren Reichtum. Trotzdem muss der Angeklagte einen Schwur leisten."
Bukharyy, Hadith Nr. 1711 und Muslim, Hadith Nr. 4277

Baihaqis Bericht sagt: "Der Beweis muss von dem Kläger gebracht und ein Schwur muss von dem Angeklagten geleistet werden."

Der Islam garantiert Rechte gegen den Verdacht. Die Anklage aus Verdacht beraubt den Verdächtigten nicht seiner ihm zustehenden Rechte. Ein Verdächtigter darf nicht gegen seinen Willen gezwungen werden, irgendetwas zu sagen oder zu tun. Ein Verdächtigter darf keinesfalls gefoltert werden. Ein Verdächtigter darf keiner Gewalt, Grausamkeit oder Härte ausgesetzt werden, um ihn zu irgendeiner Aussage zu bewegen. Dies basiert auf dem Hadith des Gesandten Allahs :

"Allah I übersieht (vergibt) folgende Dinge meiner Ummah, Gemeinschaft [sie sind nicht verantwortlich]: Irrtum, Vergesslichkeit und was sie zu tun gezwungen worden sind [gegen ihren eigenen Willen]."
Ibn Maağah, Hadith Nr. 2053

Es wird ferner berichtet, dass der zweite Khalif, ´Umar bin Al-Khattab t sagte:

"Wenn du eine [verdächtigte] Person hungern, sich ängstigen oder sie einsperren lässt, so erwarte nicht von ihm, dass er sicher ist und erwarte nicht von ihm, dass er gegen seine eigene Seele aussagt."
Diese Aussage wird von Abu Yusuf in seinem Buch Al-Kharaj berichtet

Der Islam stellt die persönliche Verantwortlichkeit fest. Das bedeutet, niemand kann für die Fehler anderer verantwortlich gemacht werden. Anklage, Verdacht, Störung und Bestrafung muss auf schuldige Personen beschränkt bleiben. Familienmitglieder dürfen seine Strafe nicht teilen. Dies basiert auf der Ajat aus dem Qur´an al-Karim Sura Fussilat (Erklärt!) 41:46, die der Bedeutung nach folgendermaßen übersetzt werden kann:

{Wenn jemand das Rechte tut, so tut er es für sich selbst; und wenn jemand Böses tut, so handelt er gegen sich selbst. Und dein Herr ist niemals ungerecht gegen die Menschen.]
Qur´an al-Karim Sura Fussilat (Erklärt!) 41:46

Darüberhinaus hat es folgenden Hadith des Gesandten Allahs zur Grundlage:

"Niemand soll [schuldig]gesprochen werden für die falsche Tat seines Bruders oder Vaters."
Nasaa´i, 8:53

Der Islam schreibt einen spezifischen Verhaltenskodex für Richter vor, der eingehalten werden sollte. Der Brief von ´Umar bin Al-Khattab an einen der ernannten Richter beinhaltet die Richtlinien für Richter. Der Brief lautet:

"Vom zweiten Khalif, ´Umar bin Al-Khattab, dem Diener Allahs, an ´Abdullah bin Qais. Friede sei mit dir. Die Rechtssprechung unter [streitenden] Menschen ist eine präzise und verpflichtende Angelegenheit, die sorgfältig verfolgt und ausgeübt werden sollte. Du solltest [dein Bestes tun und] versuchen, die vor dir anwesenden Menschen zu verstehen. Außerdem [mache dir klar,] niemand wird von einem Recht Nutzen haben, das nicht [ordentlich] ausgeführt wird. Bemesse die [streitenden] Personen in deinem Gericht mit gleichen Blicken und Sitzungen, damit eine beeinflussbare Person nicht meint, einen Vorteil wegen seines [hohen] Status zu besitzen. Desweiteren, damit eine schwache Person nicht die Hoffnung verliert, weil sie Ungerechtigkeit in deinem Gericht befürchtet. Der Kläger muss einen Beweis erbringen. Ein Angeklagter muss einen Schwur leisten, wenn er die Anklage zurückweist und die Behauptung des Klägers verneint. Die Streitenden können untereinander einen Kompromiss wählen. Allerdings ist ein Kompromiss nicht annehmbar, wenn er eine unerlaubte Sache in eine erlaubte umwandelt oder umgekehrt. Wenn du an einem Tag ein Urteil fällst, aber bei einer wiederholten Betrachtung am folgenden Tag entdeckst, dass du einen Fehler gemacht hast, und der Richtspruch, den du abgegeben hast ist nicht richtig, dann [eröffne den Fall erneut] und erlasse den richtigen Richtspruch. Du musst dir darüber im Klaren sein, dass es [viel] besser ist, das Urteil richtigzustellen als weiter dem Falschen nachzugeben. Versuche die verwirrenden Angelegenheiten zu verstehen, die weder in Qur´an noch in der Sunnah, der überlieferten Handlungsweise des Propheten r, einen Text besitzen, der sie unterstützt. Du solltest ähnliche Regelungen, Richtsprüche und Fälle studieren und dann demgemäß entscheiden, nachdem du ein ausreichendes Wissen darüber bekommen hast. Versuche, die Dinge auszuwählen, die Allah am meisten liebt und solche, die der Wahrheit am nächsten sind. Gib dem Kläger, der etwas behauptet, das gerade nicht gegenwärtig ist, Gelegenheit einen Beweis zu erbringen, indem du ihm einen bestimmten Termin setzst. Wenn ein solcher Kläger einen stichhaltigen Beweis erbringt, entscheide den Fall zu seinem Vorteil. Wenn ihm dies nicht gelingt, so richte gegen seinen Fall. [Du musst wissen,] alle Muslime sind vertrauenswürdig, was die Zeugenaussage angeht, ausser einer Person, die wegen irgendeiner schämenswerten Tat in der Islamischen Gesellschaft ausgepeitscht worden ist oder einer Person, die für falsche Zeugenaussagen bekannt ist oder einer Person, die entweder ein Verwandter oder ein entfernter Verwandter des Klägers ist. [Du solltest ebenfalls wissen, dass] Allah I auf alle verborgenen Geheimnisse der Menschen Acht gibt und dir hilft, mit Hilfe von stichhaltigen Beweisen [zu richten]. Desweiteren darft du dir keine Sorgen machen, nicht intolerant werden oder dich über die um rechtliche Dinge streitenden Leute beschweren, wo doch Allah die Geduldigen belohnt und mit den Ergebnissen zufrieden ist. [Du musst auch wissen,] wenn eine Person eine gute innere Beziehung zu Allah I besitzt, wird Allah [sicherlich] die Beziehungen dieses Mannes mit der Öffentlichkeit verbessern."
Tirmidhi, Hadith Nr. 3472

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