Rechte der Nachbarn

Allah befahl im Qur´an al-Karim Sura An-Nisa´ (Die Frauen) 4:36, die der Bedeutung nach folgendermaßen übersetzt werden kann:

{Und dient Allah und setzt Ihm nichts zur Seite; und seid gut zu den Eltern und zu den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem Nachbarn, sei er verwandt oder aus der Fremde, dem Begleiter an der Seite, dem Sohn des Weges und zu dem (Sklaven), den ihr von Rechts wegen besitzt. Seht, Allah liebt nicht den Hochmütigen und Prahler.]
Qur´an al-Karim Sura An-Nisa´ (Die Frauen) 4:36

Allahs Gesandter beschrieb die Rechte des Nachbarn folgendermaßen:

"Kennt ihr die Rechte des Nachbarn? [Es sind folgende] Wenn ein Nachbar um deine Hilfe bittet, so gewähre sie ihm. Wenn ein Nachbar dich um eine Leihgabe bittet, leihe ihm [wenn du es hast]. Wenn dein Nachbar verarmt, dann hilf ihm finanziell und stehe ihm in seiner Armut bei, wenn du kannst. Wenn dein Nachbar krank wird, dann besuche ihn [frage nach seiner Gesundheit und Situation]. Wenn dein Nachbar über irgendeinen Gewinn glücklich ist, so gratuliere ihm. Wenn deinem Nachbarn ein Unglück widerfährt, spreche ihm dein Beileid aus. Wenn dein Nachbar stirbt, nimm an seiner Beerdigung teil [wenn du kannst]. Überrage nicht mit deinen Gebäuden seine Gebäude, so dass es ihm das Sonnenlicht oder den Wind nimmt. Belästige nicht deinen Nachbarn mit dem Geruch gekochten Essens, bevor du ihm etwas [von dem gekochten Essen] anbietest. Wenn du Früchte kaufst [während er nicht die Mittel besitzt, etwas zu kaufen], dann schenke ihm etwas von den Früchten. Wenn du ihm nichts von deinen Früchten schenken willst, dann bring sie in dein Haus [ohne dass er es bemerkt]. Erlaube deinem Kind nicht, später die gekaufte Frucht herauszubringen, um damit seinen Sohn aufzulauern und ihn zu ärgern."
Al-Kharaiti

Desweiteren unterteilt der Islam die Nachbarn in drei Kategorien:

Ein verwandter Nachbar. Dieser Nachbar besitzt drei Rechte über dich: das Recht der Verwandtschaft, das Recht des Nachbarn und das Recht des Islam.

Ein muslimischer Nachbar besitzt zwei Rechte: das Recht eines Nachbarn und das Recht des Islam.

Ein nicht-muslimischer Nachbar besitzt trotzdem das Recht des Nachbarn. ´Abdullah bin ´Umar t, ein sehr bekannter führender Gefährte und Gelehrte des Islam, kam einst nach Hause. Er sah, dass seine Familie ein Schaf geschlachtet hatte. Er fragte sofort nach: "Habt ihr etwas von dem Fleisch des Schafs unseren jüdischen Nachbarn als Geschenk angeboten? Denn ich hörte den Gesandten Allahs sagen:

"Der Engel Ğibrielu befahl mir wiederholt zu meinem Nachbarn freundlich zu sein, bis ich dachte, er würde ihn als meinen Erben einsetzen."